Traumtour in Fels & Eis

Die Tour auf den Piz Roseg über den Eselsgrat gehört zu den großartigen Zielen für Bergsteiger rund um Pontresina. Etwas im Schatten des berühmten Piz Bernina mit dem Biancograt stehend, ist der Piz Roseg ein echter Geheimtipp mit toller Kletterei im III. Grad. Diese Hochtour hat alles, was das Bergsteigerherz begehrt: Ein traumhaft schönes Hochtal, weite Gletscher, Eisflanken und harter Granit, in dem das Klettern die helle Freude ist.

Facts:


Talort: Pontresina
Gipfel: Piz Roseg, 3937 m
Hütte: Tschiervahütte, 2583 m
Schwierigkeit: III UIAA
Ausrüstung: komplette Gletscherausrüstung, Seil 50 m, Grundset an Karabinern, Schlingen

Von Pontresina auf die Tschiervahütte

Vom Talort Pontresina aus (Parken am Bahnhof; 10 SFR Tagesgebühr) geht es durch das Hochtal bis zum Hotel Roseg. Im Hochtal herrscht Fahrverbot für Autos. Die einzigen Möglichkeiten den langen Zustieg abzukürzen sind das Mountainbike oder die Pferdekutsche (letzte Fahrt ca. 18.30 Uhr). Am Hotel Roseg geht es jedoch in jedem Fall zu Fuß weiter bis zur Tschiervahütte auf 2583 m (3 h von Pontresina).

Malerisch: das Val Roseg

In der Dunkelheit über den Gletscher

Frühmorgens um 4.30 Uhr brechen wir auf. Die Aspiranten des Biancograts, für die die Tschiervahütte der klassische Ausgangspunkt ist, sind bereits einige Zeit unterwegs. In der Dunkelheit weisen Katzenaugen an den Felsen den Weg. Dennoch ist die Orientierung nicht immer einfach. Zunächst steigen wir zum Tschiervagletscher hinab. Wir überqueren erst den Gletscher und überwinden dann in leichter Kletterei den Felskamm des Piz Umur, der den Tschiervagletscher trennt. Weiter geht es in westlicher Richtung in ein flaches Gletscherbecken und weiter bis auf eine Höhe von ca. 3200 m. Dort befindet sich der Einstieg zum Eselgrat.

Über den Gletscher zum Einstieg des Eselsgrat

Bester Fels am Eselsgrat zum Piz Roseg

Über mehrere Aufschwünge klettern wir am Eselsgrat entlang (Schwierigkeit III.). Immer wieder finden wir Bohrhaken, die eine gute Absicherung ermöglichen. Schließlich gelangen wir zum Fuß des Gipfelhangs. Über eine steile Firnflanke steigen wir auf den Gipfel der Schneekuppe. Nach einem kurzen Abstieg gelangen wir zu einer Scharte, wo der Aufstieg zum Hauptgipfel beginnt. Über kombiniertes Gelände mit Schnee- und Felspassagen erreichen wir den Gipfel des Piz Roseg auf 3937 m. Der Ausblick auf die Schweizer Eisriesen, den Biancograt bis nach Italien ist faszinierend!

Feine Kletterei am Eselsgrat
Ausstieg Eselsgrat
Firngrat auf dem Weg zum Schneegupf
Am Schneegupf – im Hintergrund der Hauptgipfel des Piz Roseg
Die letzten luftigen Meter zum Gipfel
Gipfelpanorama am Piz Roseg
Piz Bernina mit Biancograt

Variante: Abstieg über die Coazhütte

Üblicherweise geht man am Aufstiegsweg retour und seilt über den Eselsgrat ab. Wir jedoch wählten die Variante über die Coazhütte. Dafür gehen wir zunächst über die Firnflanke hinab bis zum Fuß des Gipfelhangs unterhalb der Schneekuppe. Von dort steigen wir in südwestlicher Richtung hinab auf den Vadret da la Gletscher. Der Weg führt durch sehr brüchiges und steinschlaggefährdetes Gelände und ist im Sommer sicher weniger zu empfehlen. Was dann folgt, ist eine sehr lange Querung über einen spaltigen Gletscher, bevor wie die gemütliche Coazhütte erreichen. Kulinarischer Tipp: Rösti!

Am Absteig – der spaltenreiche Weg über den Vadret da la Gletscher steht noch bevor
Weiter in Richtung Coazhütte
Blick von der Terrasse der Coazhütte

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