Wanderung Forchheimer Weg – Erlanger Hütte: Das Pitztal in Tirol mit seiner rauen und wildromantischen Natur ist ein wahres Paradies für alpine Wanderer. Die Gebirgskämme auf beiden Seiten des Tals, der Geigenkamm im Osten und der Kaunergrat im Westen bieten eine Vielzahl an einsamen Steigen durch unberührte Natur.

Wanderung Forchheimer Weg – Erlanger Hütte – Ludwigsburger Grat

Ein besonders reizvoller Abschnitt ist die Wanderung von Roppen im Inntal über den Forchheimer Weg zur Erlanger Hütte und weiter über den anspruchsvollen Ludwigsburger Grat nach Zaunhof in der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal. Für diese Tour sind in jedem Fall zwei Tage einzuplanen. Vor allem der erste Tag von Roppen zur Erlanger Hütte erfordert einiges an Kondition, während die Überschreitung des Ludwigsburger Grats viel Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt. Wer davor nicht zurückschreckt wird mit Ruhe, einsamen Wegen und grandiosen Ausblicken in die Pitztaler Bergwelt belohnt!

forchheimer weg

Tag 1: Roppen – Forchheimer Weg – Erlanger Hütte

Los geht es in Roppen am Bahnhof (Anreise mit dem Zug möglich & empfohlen!). Wir folgen der Beschilderung Forchheimer Weg Nr. 911. Die ersten 1.000 Höhenmeter führen durch den Horner Wald auf unattraktiven Forststraßen bis zur Maisalm auf 1.631 Meter Seehöhe. Die Maisalm beeindruckt mit dem tollen Panorama auf Imst und die Lechtaler Alpen.

panorama maisalm

Tolles Panorama von der Maisalm auf Imst

Weiter geht’s auf den Mutkopf. Ab hier beginnt der Weg richtig schön zu werden.

forchheimer weg Grat

Fantastischer Blick am Kamm des Forchheimer Wegs

Immer am Kamm entlang mit fantastischen Weitblicken Richtung Hochzeiger ins Pitztal. Auf 2.443 Meter treffen wir auf die Forchheimer Biwakschachtel, eine Metallkapsel, die Schutz bei Unwetter oder etwas Erholung bei Ermüdung bietet.

forchheimer biwak

Die Biwakschachtel am Forchheimer Weg

Wir folgen dem unschwierigen Steig, der am Westhang des Weiten Karkopfs vorbeiführt und treffen auf einer Höhe von 2.660 Metern auf einen Wegweiser.

Wer vom Wandergebiet Hochzeiger zur Erlanger Hütte geht, trifft an dieser Stelle auf den Forchheimer Weg – außer er nimmt die Route über den Wildgrat. Wir steigen nun ein Stück hinab in das Hochtal der Hinteren Tumpenalm. Vorbei an bildschönen Kühen und einigen kleineren Seen bäumt sich vor uns der letzte bissige Anstieg auf.

Tumpenalm

Im Hochtal der Hinteren Tumpenalm

Nach 150 schweißtreibenden Höhenmetern stehen wir auf dem Kamm und blicken hinab ins Leierstal. Wir steigen einige Höhenmeter ab, bevor wir auf den Weg 912 treffen und diesem weiter zur Erlanger Hütte folgen.

Erlanger Hütte

Die letzten Meter zur Erlanger Hütte

Obligatorisch ist natürlich der Besuch des imposanten Wettersees, der sich nach kurzem Fußmarsch hinter der Hütte zeigt. Wie in einem kitschigen Postkartenmotiv steht die Berghütte am Ende des Sees, in dessen kristallklarem Wasser sich die umliegenden Gipfel spiegeln.

Wettersee Erlanger Hütte

Bildschön: Der Wettersee

Wettersee

Erlanger Hütte mit Wettersee

Wer noch nicht genug hat, steigt 100 Höhenmeter auf den Dreirinnenkogel auf und genießt die fantastische Aussicht, die von der Wildspitze bis zur Zugspitze reicht.

Ausblick vom Dreirinnenkogel

Der Tag klingt in der kleinen, gemütlichen Hütte bei den sympathischen Wirtsleuten Christian & Anita aus. Christian, ein begnadeter Koch, tischt leckere Spezialitäten von Wild bis Rind auf und sorgt dafür, dass wir unsere Energiespeicher wieder zur Genüge auffüllen. Insgesamt haben wir an diesem Tag 2.500 Höhenmeter bewältigt.

Tag 2: Erlanger Hütte – Wildgrat – Ludwigsburger Grat – Ludwigsburger Hütte – St. Leonhard im Pitztal/Zaunhof

Der folgende Tag hat weniger Höhenmeter im Anstieg zu bieten, dafür steigen die technischen Anforderungen.

Morgenstimmung

Zunächst gehen wir in einer knappen Stunde von der Erlanger Hütte auf den Wildgrat, 2.971 Meter, der über dem Hochzeigergebiet trohnt.

Blick vom Wildgrat

Blick vom Wildgrat

Der folgende Abstieg über die Südwestflanke ist aufgrund des losen Gerölls etwas unangenehm, aber niemals besonders schwierig. Auf circa 2.600 Meter Seehöhe treffen wir auf einen Wegweiser. Hier zweigen wir nach links ab und steuern statt des Hohen Gemeindekopfs direkt die Kreuzjöchlspitze an. Der Steig zur Kreuzjöchlspitze wird selten begangen und ist entsprechend schlecht markiert. Mit etwas Gespür ist der Weg aber gut zu finden.

Kreuzjöchlspitze

Kreuzjöchlspitze Panorama

Blick von der Kreuzjöchlspitze

Nach der Kreuzjöchlspitze beginnt der eigentliche Ludwigsburger Grat.

Der Ludwigsburger Grat

Der Ludwigsburger Grat

Der Ludwigsburger Grat ist ein mit Stahlseilen und Tritten gesicherter, teilweise ausgesetzter Steig. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung, gilt es doch Kletterstellen im II. Schwierigkeitsgrad zu bewältigen.

Ludwigsburger Grat

Leichte Kletterstellen am Ludwigsburger Grat

Der Steig wurde vor wenigen Jahren saniert und ist in einem Top-Zustand. Dennoch darf man die zeitraubende Kletterei nicht unterschätzen und muss für diesen Abschnitt rund zwei Stunden Gehzeit einplanen.

Am Schafhimmel (2.820 Meter) beginnt dann der lange Abstieg über das Lehnerjoch zur Ludwigsburger Hütte und weiter nach Zaunhof, einer Fraktion der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal.

Pitztal Lehnerjoch

Am Lehnerjoch im Pitztal

Blick ins Pitztal

Blick ins Pitztal

Zurück nach Roppen geht es mit dem Postbus.